Die historische Seidenstraße war ein bis in die Antike zurückreichendes Netz von Handelsstraßen, das von China über Zentralasien, Persien, Irak und Syrien bis an das Mittelmeer reichte. Der Vortrag untersucht Zentralasien mit der Wüste Taklamakhan und den östlich und westlich angrenzenden Gebieten einmal nicht als Region des Transfers, sondern fragt vielmehr danach, welche Textilien aus Wolle und Seide dort ab dem 4. Jahrhundert hergestellt wurden.
Im Fokus stehen gemusterte Seidengewebe, die in westliche Kirchenschätze gelangten oder aus Grabungen stammen. Sie werden nach Zentralasien (z. B. nach Buchara) lokalisiert, weil sie chinesische und westasiatische Techniken und Motive in sich vereinen. Diskutiert werden die Stoffe im Zusammenhang mit historischen Schriftquellen, in denen Städte wie Samarkand, Nischapur und Merw als Zentren blühender Textilproduktion beschrieben werden.
Der Vortrag endet mit einem Ausblick in die Mongolenzeit (13. Jh.).
Bildnachweis: Seidengewebe mit Hirschen, Ostiran oder Sogdianas, 8.-9. Jahrhundert, New York, The Metropolitan Museum, Inv.-Nr. 2006.427
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