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Der Jäger und das Eichhörnchen

Körper, Gefühl und Ökologie im Zeitalter vor dem Anthropozän

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Vortrag
Erwachsene

Lucian Scherman Lecture mit Prof. Dr. Monica Juneja

Während die zeitgenössische Kunst eine Vorreiterrolle dabei übernommen hat, unsere Aufmerksamkeit auf die ökologischen Krisen der Gegenwart zu lenken, greifen Kunstschaffende heute häufig auf Werke einer vormodernen Vergangenheit zurück, die als Archiv von Reaktionen auf ökologische Fragilität dienen. Ohne in die Falle romantischer Nostalgie zu tappen, versucht dieser Vortrag zu ergründen, wie Gesellschaften, die nicht von aristotelischen Konzepten des Menschseins geprägt waren, mit der Instabilität und Unvorhersehbarkeit der Biosphäre lebten.

Welche Rolle spielten künstlerische Produktionen dabei, die Natur zugleich zum Objekt der Verehrung, der Bedrohung und des Vergnügens zu machen? Können wir aus Bildern und Objekten, die vordergründig Geschichten von Göttern und Menschen, von Liebe und Hingabe erzählen, verborgene Beziehungen zu den Welten der Pflanzen, Bäume, Tiere, Felsen und Ödland wiedergewinnen?

Der Vortrag stützt sich zum Teil auf die aktuelle Sonderausstellung Krishna. Religion, Kunst und Popkultur im Museum Fünf Kontinente, um den Zusammenhang zwischen Bildschaffung und den Alltagserfahrungen ihrer Schöpferinnen und Schöpfer bei der Aushandlung der unbeständigen Beziehungen zwischen den sie umgebenden menschlichen und nicht-menschlichen Welten zu untersuchen. Wie können wir – als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gegenwart – in solche Bilder eintauchen, um eine ökologische Imagination zu erschließen, in der der Mensch einer von vielen Akteuren ist, die ein Werk gemeinsam schaffen?

Anmeldung und Preise

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Vortrag wird auch live über den YouTube-Account des Museums gestreamt.

Die Referentin

Prof. Dr. Monica Juneja ist Senior Professorin für Globale Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Ihr jüngstes Buch Can Art History be Made Global? Meditations from the Periphery (De Gruyter, 2023) wurde mit dem Opus-Magnum-Preis der Volkswagen Stiftung ausgezeichnet. Außerdem ist sie Preisträgerin des renommierten Meyer-Struckmann-Preises für herausragende Leistungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie des »Distinguished Teaching of Art History Award« 2024 der CAA.

Monica Juneja ist Herausgeberin der Reihe Visual and Media Histories (Routledge), Mitglied der Redaktionsbeiräte von Ding, Materialität, Geschichte (E.J. Brill), Ästhetische Praxis (E.J. Brill), History of Humanities (University of Chicago Press) sowie Mitherausgeberin des Journal of Transcultural Studies. Sie ist Mitglied mehrerer Beiräte, darunter des Tate-Hyundai Research Centre in London, des Exzellenzclusters Eurasian Transformations an der Universität Wien, des Max-Weber-Forums in Delhi und des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste, das die Provenienzforschung zu Objekten unterstützt, die im kolonialen Kontext erworben wurden. 

Monica Juneja war Fellow am Getty Research Institute (Los Angeles), am Forum Transregionale Studien (Berlin/Florenz) und zuletzt am Käte-Hamburger-Kolleg »Global dis:connect« an der LMU München.

Bildnachweis für das Porträt: Anna Echtenacher

Lucian Scherman Lecture

Lucian Scherman Lecture

Vier Mal im Jahr laden wir Sie zu Vorträgen ein, die Schlüsselthemen der Ethnologie und Museologie vorstellen. Die Veranstaltungsreihe ist nach Lucian Scherman (1864–1946) benannt, der unser Museum zwischen 1907 und 1933 leitete. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der bekannte Indologe aufgrund seiner jüdischen Abstammung aus dem Amt gedrängt. Seit 2012 erinnern die Lucian Scherman Lectures an diese wichtige Persönlichkeit.

Weitere Vorträge finden Sie im Kalender

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