Seit ihrer Gründung im Jahr 1887 durch Yohei Miyamoto hat sich die Miyamoto-Werkstatt in Kyōto auf die Herstellung handgewebter Textilien für die Kabuki-Bühne spezialisiert. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg entstanden hier aufwendig gefertigte Kostümstoffe, die zu den anspruchsvollsten Textilarbeiten Japans zählen. Ausgewählte Stücke sind in der Sonderausstellung Kabuki. Schauspiel, Drucke, Fankultur zu sehen.
Katsunosuke Miyamoto, Vertreter der dritten Generation, war über fünf Jahrzehnte als Weber im traditionsreichen Textilviertel Nishijin tätig. In den letzten Jahren des Bestehens der Werkstatt waren er und sein Sohn die letzten Textilkünstler Japans, die diese außergewöhnliche Handwerkstechnik beherrschten. Bevor die Werkstatt vor zehn Jahren geschlossen wurde, schuf er Kostüme für berühmte Kabuki-Schauspieler wie Ichikawa Ebizō und Bandō Tamasaburō.
Tomoyuki Miyamoto, Sohn des im vergangenen Jahr verstorbenen Katsunosuke Miyamoto, stellt in seinem Vortrag die Geschichte der Werkstatt und die Technik des Handwebens vor und demonstriert diese anhand originaler Werkzeuge.
Obwohl die Miyamoto-Werkstatt über Generationen hinweg ein bedeutender Bestandteil der Kabuki-Tradition war, ist dies der erste Vortrag über ihre Geschichte und ihr Handwerk außerhalb Japans.
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