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Indigenes Umweltmonitoring in Amazonien

Praktiken, Wissen und globale Verantwortung

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Tagung mit vier indigenen Umweltwächterinnen und Umweltwächtern aus Ecuador und Peru sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und internationaler Projektarbeit in Kooperation mit dem Forschungsprojekt »Jaguar, Drohne, Mensch: Indigene Wachsamkeit in Amazonien« (Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs Vigilanzkulturen (TP A 10, SFB 1369, LMU München)) und dem Institut für Interkulturelle Kommunikation an der LMU München

Das Amazonasgebiet steht mehr denn je im Fokus globaler Aufmerksamkeit. Extreme Trockenperioden, eine Zunahme von Waldbränden sowie der voranschreitende (illegale) Abbau natürlicher Ressourcen wie Holz, Gas, Öl und Gold haben gravierende Auswirkungen auf die Ökosysteme der Region und die Lebensräume indigener Gemeinschaften. Vor diesem Hintergrund stärken letztere ihre lokale Monitoring- und Überwachungspraxis, kooperieren mit zivilgesellschaftlichen Initiativen sowie staatlichen Institutionen und setzen neue digitale Technologien ein. Auch Unternehmen im Rohstoffsektor werden zunehmend verpflichtet, ihre Aktivitäten transparent überwachen zu lassen – in Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften.

In der Interaktion mit externen Akteuren verknüpfen die indigenen Umweltwächterinnen und Umweltwächter lokales mit wissenschaftlich etabliertem Wissen. Gleichzeitig umfasst das Monitoring in ihrem Verständnis von Wachsamkeit immer mehr als nur die Sorge um die Flora und Fauna des Waldes; sie gilt auch dem Schutz der Territorien und der eigenen Gemeinden, der Weitergabe kulturellen Wissens sowie dem Erhalt des Regenwaldes zur Sicherung des globalen Klimas.

Die Tagung am Donnerstag, den 18.6.2026 von 16.30 bis 19.30 Uhr führt verschiedene Perspektiven zusammen – zunächst die von vier indigenen Umweltwächterinnen und Umweltwächter aus Ecuador und Peru, des Weiteren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der (Rechts-)Ethnologie und Interkulturellen Kommunikation sowie Experten mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung in der Zusammenarbeit mit indigenen Organisationen in Südamerika. Ziel der Tagung und des Austauschs ist es, das Verständnis und die Praktiken des indigenen gemeindebasierten Umweltmonitorings, seine Bedeutung für den Schutz des weltweit größten Regenwaldgebietes, aber auch aktuelle Herausforderungen und Potentiale kennenzulernen und gemeinsam zu diskutieren.

Der Nachmittag wird eröffnet von Prof. Dr. Anna Meiser und Jonas Bauschert, M.A. (LMU München), die die Tagung organisiert haben und einen kurzen Input zur Amazonasregion und den dort praktizierten Formen des gemeindebasierten indigenen Umweltmonitorings geben. Dr. Jenny García Ruales (Universität Erfurt) richtet mit ihrem Vortrag Kawsak Sacha und indigene Perspektiven auf die Rechte der Natur den Blick auf indigene Konzepte eines lebendigen Waldes und darauf, wie diese ein neues Verständnis von Natur, Recht, Territorium und Selbstbestimmung eröffnen.

Im Zentrum der Tagung stehen Rudi Karina Chumpi Chumape (Shuar), Marlene Piñarreal Serrano (Machiguenga), Luis Miguel Tayori Kendero (Harakbut) und José Andrés Vargas Moya (Shuar). Die vier Frauen und Männer aus dem ecuadorianischen und peruanischen Amazonasgebiet werden in einzelnen Beiträgen über ihre Konzeption von Wachsamkeit sowie ihre unterschiedlichen Arbeitsfelder als Umweltwächterinnen und Umweltwächter berichten.

Dr. Volker von Bremen (München) resümiert am Ende der Veranstaltung die aufgebrachten Themen sowie den Austausch zwischen Umweltwächtern, Wissenschaftlerinnen und Publikum.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Übersetzung statt und richtet sich an alle, die sich für den Amazonasraum, dessen ökologische Vielfalt und die Situation der dort lebenden indigenen Gemeinschaft interessieren.

Bildnachweis: © Jonas Bauschert, 2024

Anmeldung und Preise

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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