• Filmstill von Down the Mighty River
    Filmstill von Down the Mighty River (Kanada 2009), Ausschnitt © Rezolution Pictures Inc.

Filmvorführung und Gespräch mit Ernest Webb (James Bay Cree) und Claus Biegert

Im sechsteiligen Dokumentarfilm Down the Mighty River  (Kanada 2009) folgt Ernest Webb einer Gruppe von Cree-Jugendlichen und ihren Kanus entlang dem Rupert River. Mit 600 km ist er einer der längsten Flüsse Québecs. Auf ihrer Reise erleben die Jugendlichen den Fluss während seines letzten Sommers, bevor der natürliche Flusslauf für das umstrittene James Bay II Project verändert wird. Die Serie ist nicht nur ein bewegendes Porträt des Flusses, sondern zeigt auch die ökologischen und kulturellen Auswirkungen eines der größten hydroelektrischen Großprojekte der westlichen Hemisphäre – insbesondere die Veränderung indigener Lebensweisen.
Bei der Filmvorführung werden ausgewählte Filme aus dem Sechsteiler (jew. 22 Min.) gezeigt und zur Diskussion mit dem Regisseur gestellt. Die Moderation übernimmt Claus Biegert.

Der indigene Filmemacher Ernest Webb (James Bay Cree) dokumentiert nicht nur die Auswirkungen von Großprojekten zur Energieversorgung auf seine Heimat, die James Bay in Kanada. Mit seiner Produktionsfirma Rezolution Pictures produzierte er preisgekrönte Filme wie Reel Injun (Kanada 2010), der dem historisch gewachsenen Bild des sog. Hollywood-Indianers nachspürt, oder RUMBLE. The Indians who rocked the world  (Kanada 2017), welcher sich mit dem übergangenen Beitrag indigener Musiker:innen zur Rock-Musik beschäftigt. Auf Wunsch wird Ernest Webb auch Kostproben von diesen Filmen zeigen.

Claus Biegert, Journalist und Dokumentarfilmer, konzentriert sich seit den 70er Jahren auf die indigene Bevölkerung Nordamerikas und den Uranabbau auf indigenem Land. Biegert ist Initiator des World Uranium Hearings in Salzburg (1992) und Mitgründer des Nuclear-Free Future Awards. In den 1980ern und 1990ern war er bei den James Bay Cree vor Ort und recherchierte zusammen mit dem Maler Rainer Wittenborn die zerstörerischen Auswirkungen der gigantischen Wasserkraftwerke. Daraus entstand die Ausstellung A River Drowned by Water. The James Bay Hydro Project, welche bis 22. Dezember 2022 in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste zu sehen ist.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Datum
15. Dezember 2022
um 19 Uhr


Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.