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Konzert-Matinee: Den Duft hören. Die Luft lesen

Eine musikalische Reise durch das Japan der Edo-Zeit und Europa mit der Pianistin, Klang-Performerin und Komponistin Masako Ohta

 

Zum Livestream des Konzerts klicken Sie einfach auf diesen roten Link.

Aus Sehnsucht nach seiner Heimat brachte der als Stabsarzt in niederländischen Diensten tätige Philipp Franz von Siebold 1823 ein Tafelklavier nach Japan mit, das von William Rolfe & Sons 1819 in London gebaut worden war. Es ist heute noch erhalten und als ältestes Klavier des Landes im Kumaya-Kunstmuseum in Hagi (Präfektur Yamaguchi) ausgestellt.

Im Japan der Edo-Zeit spielten Siebold und andere vor Ort tätige ausländische Abgesandte nicht nur Lieder aus ihrer Heimat, sie hörten natürlich auch japanische Klänge und Melodien, auf die sie ihrerseits musikalisch reagierten.

Masako Ohta lässt sich von der Zusammenkunft und dem Zusammenspiel der beiden Musikwelten inspirieren und gibt ihrem Konzert den Titel „Den Duft hören. Die Luft lesen“.

„Den Duft hören“ bezeichnet das Erraten verschiedenster Düfte im traditionellen Duftspiel Kodo, das auch in der Sonderausstellung "Collecting Japan" präsent ist. „Die Luft lesen“, Kuuki wo yomu, bedeutet, das richtige Gespür für bestimmte Situationen zu entwickeln und zu besitzen, zwischen den Zeilen lesen zu können, dem Gegenüber gefühlvoll und niemals rechthaberisch zu begegnen. Diese Fähigkeit spielt in der japanischen Gesellschaft eine wichtige Rolle.

Masako Ohta ist überzeugt, dass Philipp Franz von Siebold mit diesen japanischen Gefühlsebenen sehr oft konfrontiert wurde und möchte das zum Anlass nehmen, sich gemeinsam mit den Besucher*innen auf eine musikalische Reise durch Japan und Europa zu begeben. Sie wählt für ihr Konzert Musik aus der Edo-Zeit: Das Lied „Sakura“ und ihre eigenen Variationen davon. Das für eine Koto (Wölbbrettzither) komponierte Stück „Chidori no Uta“ und ihre eigenen Improvisationen zu Musik und Klängen dieser Zeit. Dem gegenüber stellt sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Franz Schubert – einem Zeitgenossen Siebolds – und dem Holländer Jan Pieterszoon Sweelinck. 

Masako Ohta ist eine Poetin des Klaviers (Münchner Feuilleton)

Masako Ohta stammt aus Tokyo. Ihr Klavierstudium absolvierte sie an der Musikuniversität Toho Gakuen School of Music in Tokyo und an der Universität der Künste Berlin bei Erich Andreas und György Sebök. Zudem besuchte sie Meisterkurse bei András Schiff und György Kurtág. Als Diplom-Klavierpädagogin unterrichtet sie und gibt Meisterkurse für Klavier und Kammermusik. Mit dem Motto „ganzheitliches Klavierspiel“ verbindet sie Ihre Klavierlehre mit japanischer Kalligraphie. 

Masako Ohta ist Preisträgerin des Giesinger Kulturpreises 2016 (1. Preis). Sie ist im Bereich der klassischen und Neuen Musik sowie der Improvisation, Filmvertonung und Theatermusik-Komposition aktiv. Masako Ohta wurde mit dem Förderpreis für Musik der Landeshauptstadt München 2019 ausgezeichnet. Sie beschäftigt sich intensiv mit Poesie, Klang und Musik aus Japan, Europa und anderen Kulturarealen und kreiert interkulturelle und interdisziplinäre Projekte und Konzertreihen. Masako Ohtas Arbeit ist in zahlreichen Rundfunkproduktionen dokumentiert, auch auf CDs wie „Ohenrosan“ und „Botenstoffe“ (mit Live-Improvisationen). Das „Poetry Album“ wurde von der Kritik (SZ, Münchner Feuilleton, Münchner Merkur, Piano News) gefeiert. 

Begleitprogramm zur Sonderausstellung "Collecting Japan"

Veranstalter: Museum Fünf Kontinente in Kooperation mit dem Kulturreferat der Stadt München

 

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Datum
13. September 2020
11 Uhr

Einlass
10 Uhr

Eintritt
im Ticket zur Sonderausstellung "Collecting Japan" enthalten