• Uli-Figur und Rainer F. Buschmann

„So sammelt man!“ Netzwerke und Knotenpunkte des ethnographischen Sammelns in Deutsch-Neuguinea und das Museum Fünf Kontinente

Prof. Dr. Rainer F. Buschmann, Camarillo, Kalifornien

Eine grobe Schätzung ethnografischer Objekte, die Deutsch-Neuguinea zwischen 1870 und 1914 verlassen haben, ergibt eine Zahl von 200.000 bis 300.000 Artefakten, die heute über Museen der ganzen Welt verstreut sind. Diese Zahl ist nicht nur durch die bekannten offiziellen Expeditionen zu erklären. Es bedarf einer Rekonstruktion von Netzwerken der im deutschen „Schutzgebiet“ ansässigen Personen im Umfeld des damaligen kolonialen Gefüges. Das Aufzeigen solcher Beziehungen liefert Einsichten in die Fragen der Provenienzforschung.

„So sammelt man!” Prof. Buschmann wählt diesen Stoßseufzer von Max Buchner, dem ehemaligen Konservator und Direktor der Königlichen Ethnographischen Sammlungen in München als Aufhängepunkt, um am Beispiel des Museums Fünf Kontinente und der Münchner Pazifik-Sammlungen am 6. Juni lebendig zu belegen, auf welche historischen Konstellationen und Momente Objektdokumentationen zurückgehen können. 

Rainer F. Buschmann ist Professor an der California State University Channel Islands. Sein Promotionsthema war die kolonialzeitliche Forschung und Theoriebildung der deutschen Ethnologie in Deutsch-Neuguinea (ca. 1870-1919). Er verfasste Bücher über die Geschichte der Ozeane und den spanischen Einfluss im Pazifik. Im Rahmen der Provenienzforschung arbeitet er an einem Buch, das Netzwerke und Knotenpunkte des ethnografischen Sammelns im deutschen Kolonialgebiet des Pazifiks rekonstruiert.

Datum
6. Juni 2019
19 Uhr

Eintritt
frei