• Marion Struck-Garbe, © Reiner Tegtmeyer & Ein Polizist leistet Aufklärungsarbeit gegen Hexenjagd, Foto: © Anton Lutz

Hexenverfolgung in Papua Neuguinea - Ein Überdruckventil in Zeiten rasanten Wandels oder verwurzelt in kulturellen Traditionen?

Für die meisten Menschen bei uns sind Anschuldigungen wegen Hexerei und Zauberei ein Nachhall aus einer längst vergangenen Zeit. Doch für andere sind sie auch heute noch eine sehr reale Bedrohung, denn Hexenglaube und Hexen­verfolgung existieren bis heute - weltweit.

Auch in einigen Kulturen Papua Neuguineas ist der Glaube an Magie, Zauberei und Hexen Realität. Diejenigen, die der Hexerei und Zauberei beschuldigt werden sind zumeist Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderun­gen doch manchmal auch Kinder. Die Jagd auf sogenannte 'Hexen' schreckt nicht vor Folterungen und Mord zurück und erfüllt den Tatbestand von schweren Menschenrechtsverletzungen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden in Papua Neuguinea jährlich 200 'Hexen' ermordet; die Zahlen lassen sich kaum überprüfen. Durch Fotos von Gräueltaten an Frauen wie z.B. öffentliche Verbrennungen, die in sozialen Medien veröffentlicht wurden, hat das Thema in den letzten Jahren größere internationale Aufmerksamkeit erhalten. Dabei wurde immer wieder diskutiert, ob der Hexenwahn eine Reaktion auf die rasanten Veränderungen der Jetztzeit ist oder ob es sich um die Wiederbelebung eines traditionellen Verhaltens han­delt.

Das Ziel dieses Vortrags besteht darin, die Ursprünge, die Entwicklung und die Konzipierung der heutigen Hexenverfolgung und Hexenermordung zu erklären. Nur durch Aufarbeitung des Geschehens und Verstehen des Kontexts lassen sich Bedingungen herstellen, um der Hexenverfolgung überall und endgültig zu begegnen.

Marion Struck-Garbe ist Diplom Sozialökonomin und Sozialanthropologin mit dem Schwerpunkt Ozeanien. Sie hat zu verschiedenen Themen wie Gewalt gegen Frauen, internationale Beziehungen, Ökologie und zeitgenössische Kunst sowie Literatur in dieser Weltregion gearbeitet und ist seit 1987 Dozentin am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Sie hat fünf Jahre in Papua Neuguinea gelebt und das Land danach häufig auf kürzeren Forschungsreisen besucht.

Datum
Mittwoch, 27. April 2022

19 Uhr

Eintritt frei.

Anmeldung bitte bis 25. April über 
veranstaltungen@mfk-weltoffen.de