• Kubeo-Jungen
  • Cuhma-Textil der Conibo, Südamerika, Amazonien, Rio Ucayali-Gebiet

Universitätsseminare und Übungen

Dr. Anka Krämer de Huerta & Paul Hempel, M.A.
Ethnographisches Bildgedächtnis und museale (Re-)Präsentation
Seminar, Belegnummer 12375, Institut für Ethnologie, LMU München & Museum Fünf Kontinente

Beginn: 15. November 2017
 

Die ethnologische Wissenschaft produziert nicht nur Texte, sondern auch Bilder. Insbesondere die Fotografie flankiert seit ihrer Erfindung im 19. Jh. bis heute die Entwicklungen der Disziplin. Dabei sind Bilder nicht nur als illustratives Beiwerk der Fachgeschichte zu verstehen, sie waren und sind immer auch maßgeblich am Wandel ethnologischer Sichtweisen, Konzepte, Forschungspraktiken und Repräsentationsweisen beteiligt. In diesem Sinne bilden Fotosammlungen und Archive ein ethnografisches Bildgedächtnis, das tiefe Einblicke in das Selbstverständnis der Ethnologie und ihren Zugang zu den Menschen gewährt, deren Lebenswelten sie zu erfassen versucht. Und doch ist der Umgang mit Bildern in einer „Disziplin der Worte“, wie Margaret Mead die Ethnologie im Vorwort zu einem der ersten Textbücher zur Visuellen Anthropologie einmal provokant nannte, nicht so einfach wie es auf den ersten Blick erscheinen mag...

Anhand ausgewählter Bestände des Museums Fünf Kontinente wollen wir uns diesem Thema nähern. Um Bilder als historische Dokumente interpretieren zu können, müssen wir uns darüber klar werden, was eine Fotografie überhaupt ausmacht. Welche Fragen können wir (als Ethnologinnen und Ethnologen) heute an historische Aufnahmen richten, welche Antworten dürfen wir erwarten? Diese Fragen werden uns auch bei den intensiven, manchmal detektivischen Recherchen zur Entstehung und den Hintergründen der von uns bearbeiteten Sammlungen begleiten.

Im zweiten Teil unseres Praxisseminars wollen wir die dabei gewonnenen Erkenntnisse in eine kleine Ausstellung am Museum Fünf Kontinente übersetzen. Dazu werden wir uns wiederum ganz konkret mit Fragen der musealen (Re-)Präsentation auseinandersetzen. Wir werden uns Gedanken machen zu Auswahlkriterien, Reproduktionstechniken, Kontextualisierungen, Ethiken, Gestaltungsfragen, etc. und nicht zuletzt gilt es die Gratwanderung zwischen der Idee eines idealen Ausstellungskonzepts und praktisch Umsetzbarem zu bestehen.

Weitere Details, Termine und Anmeldungsmodalitäten zu diesem Seminar finden Sie hier auf Seite 75 & 76 .
 

Vergangene Seminare & Übungen
 
Dr. Anka Krämer de Huerta
Einführung in die Ethnographie und Geschichte Perus
Proseminar, Belegnummer 12311, Institut für Ethnologie, LMU München

Beginn: 19. Oktober 2016
 

Die heutige Situation der indigenen Bevölkerung Perus ist eng mit aktuellen politischen Entwicklungen verflochten, mit der Geschichte und dem Erbe präkolumbischer Kulturen. In all diese Bereiche soll das Proseminar einführen. Staat und Zivilgesellschaft Perus betonten stets das Erbe präkolumbischer Kulturen der Region, besonders das der Inka, aber erst in jüngerer Vergangenheit begann auch eine Wertschätzung gegenwärtiger andiner Kultur. Die indigenen Kulturen der Regenwaldregionen wurden dagegen  bisher kaum in Identitätsbildende Prozesse der Mainstreamkultur aufgenommen. Sie sind noch immer stark von Diskriminierung betroffen und werden politisch an den Rand gedrängt. Das Seminar wird zunächst in prähistorische Entwicklungen einführen, sich anschließend mit der Eroberungs- und Kolonialgeschichte auseinandersetzen, um sich dann der jüngeren Vergangenheit, der Ethnografie und aktuellen Fragestellungen zuzuwenden. Themen wie Konflikte um Ressourcen, Migration, Menschenrechte und indigene Selbstbestimmung, sollen ebenso berücksichtigt werden wie ethnografische Beispiele aus unterschiedlichen Regionen.

Bemerkung: Das Proseminar kann nur in Kombination mit der Übung 12312 belegt werden.
 
Dr. Anka Krämer de Huerta
Übung zum Regionalseminar:  Peru – materielle Kultur als Quelle
Belegnummer 12312, Museum Fünf Kontinente & Institut für Ethnologie, LMU München
 
Die Übung dient der Vertiefung der Seminarthemen und wird in Kooperation mit dem Museum Fünf Kontinente materielle Kultur als Quelle wissenschaftlicher Auseinandersetzung verstärkt in die Betrachtungen mit einbeziehen. Was kann uns eine Nazca-Keramik über die Menschen jener fernen Zeit sagen oder was die Linienmuster der Shipibo über ihr heutiges Leben? Die Interpretierbarkeit von Gegenständen steht ebenso auf dem Programm wie die Frage, was und wozu gesammelt werden soll und ob bestimmte Gegenstände an die Herkunftsländer zurückzugeben sind. Dies wird am Beispiel von Originalobjekten im Museum Fünf Kontinente diskutiert und untersucht.
 
Die Anmeldung erfolgt automatisch mit der Belegung des Proseminars Einführung in die Ethnographie und Geschichte Perus.
 
Weitere Informationen zu Proseminar und Übung finden Sie hier auf Seite 24 .